Mit nur drei Gegenstimmen sprach sich der Ausschuss am 29.04.2026, mit deutlicher Mehrheit, für das Planungsverfahren zur Wiederaufnahme des SPNVs auf der Strecke Aurich-Abelitz-Emden aus!

Im Vorfeld der Entscheidungen berichtete der Vorstandsvorsitzende der Bentheimer Eisenbahn, Herr Joachim Berends, von der Bahnstrecke Nordhorn – Neuenhaus, die 2019 wiedereröffnet wurde. 1800 Fahrgäste täglich waren prognostiziert, real nutzen durchschnittlich täglich zwischen 2500 und 3000 Personen die Bahn. In verkehrsreichen Zeiten habe man bisweilen sogar Fahrgäste stehen lassen müssen, weil die Züge so voll seien. Einen so hohen Zuspruch habe man selbst nicht erwartet.

Bahn-Kritiker Hinrich Albrecht wiederholte seine schon mehrfach gestellten Fragen, die, wie Landrat Meinen schon mehrfach betonte, erst nach Vorlage von Planungsgrundlagen verlässlich zu beatworten seien. Weitere kritische Fragen stellten die Mitglieder der Südbrookmerländer Initiative „Stoppt-den-Bahnwahn“. Thomas Gehrke, 2. Vorsitzender des  Vereins „Aurich ´ran an die Bahn“, stellte klar, dass Lärmschutz nicht bedeuten muss hohe Lärmschutzwände zu errichten, zumal es eine Reihe alternativer Möglichkeiten gäbe vor Verkehrslärm zu schützen.

Paradox erscheint die Forderung in einem Antrag der Freien Wählergemeinschaft Landkreis Aurich, in der es heißt: „Planungsmaßnahmen dürfen erst dann erfolgen, wenn alle offenen Fragen vollständig, nachvollziehbar und abschließend geklärt sowie den Mitgliedern des Kreistages rechtzeitig zur Verfügung gestellt wurden. Solange diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, sei eine entsprechende Beschlussfassung im Kreistag nicht zulässig.“

Ohne Planungsergebnisse keine belastbaren Daten. Viele Mutmaßungen wurden bereits ausgesprochen, ob sie zutreffend sind erscheint jedoch zweifelhaft.

Schon zwei Tage vor der Ausschusssitzung wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Südbrookmerland Argumente und Meinungen zum SPNV im zentralostfriesischen Raum ausgetauscht.

Während Landrat Meinen und Aurichs Bürgermeister die Vorteile, von denen mit dem Bahnanschluss die gesamte Region profitiert, herausstellten, sprachen Südbrookmerlands Bürgermeister und ein Vertreter der Initiative „Stoppt-den-Bahnwahn“ vornehmlich von möglichen Nachteilen, die sich für den Ortsteils Moordorf ergeben könnten. Immer wieder im Raum stand das Thema: „Lärmschutzwände“, obwohl erst im Rahmen eines Planungsverfahrens entschieden wird, welche Lärmschutzmaßnahmen überhaupt in Betracht zu ziehen sind.

Erst im Nachgang der Sitzung bemängelten die Freien Wähler diesen Beschluss des Ausschuss für Raumordnung, Umwelt und Klimaschutz, der lediglich als Empfehlung einzustufen ist. Sie forderten, Medienberichten zu Folge, die Kommunalaufsicht des Landes auf, den Beschluss und sein Zustandekommen zu prüfen.